Detektive, die Erben suchen

Innsbruck – Findet sich kein Erbe, fällt der Nachlass in Österreich an die Republik. Diese spricht dann von „Heimfälligkeit“. In anderen Ländern, etwa Frankreich, ist es anders: Kommen dort nach einer gewissen Zeit keine Erben hervor, geht der Fall an ein genealogisches Büro. Dieses forscht weltweit nach Erben. In Österreich machen Ahnenforscher der Finanz auf eigene Faust einen Strich durch die Rechnung. So hat sich in Wien eine Historikerkanzlei auf das Suchen von Erben spezialisiert. Auch in Tirol gibt es eine Niederlassung. Werden die Forscher fündig, winkt ihnen eine Provision (prozentueller Anteil an der Erbschaft). Ein Beispiel für Tirol, erklärt der Ahnenforscher Nicolas Forster, sei: Jemand verstarb in Tirol und hinterließ „nur“ ein Legat. Mehrere hunderttausend Euro wurden niemandem testamentarisch vermacht. Es gab keine Kinder, keine Geschwister, keine Angehörigen. Die Mutter hatte einen Bruder, der in die „alttirolerische“ Siedlung Dreizehnlinden nach Brasilien ausgewandert war. Aber auch dieser war tot. Kontakte zur „alten Heimat“ gab es von keiner Seite. Mit viel Recher­chearbeit konnten Cousinen in Brasilien gefunden werden. (lipi)

Quelle: Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So

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